Fünf Jahre »Fridays for Future«

Damals habe ich mich entschieden, ein wenig konsequenter Klimaschutz zu leben.

Als ich 1992 nach Deutschland zog, war es normal, Strecken aus und nach Italien mit der Bahn zurückzulegen. Heute wird man eher komisch angeschaut, wenn man von 8 Uhr bis 22 Uhr im Zug gesessen hat – »und Fliegen ist sogar günstiger als Bahnfahren!« Sicher? Auf jeden Fall bevorzuge ich wieder den Zug auch für lange Strecken.
Mir geht es nicht darum, andere Menschen zu missionieren: Es geht ganz einfach um das eigene Gewissen, denn wir leben auf Kosten anderer. Wie will ich auf mein Leben zurückschauen, wenn ich an sein Ende ankomme und meine Tochter neben mir sitzt? Denn sie wird auf dieser Erde weiter (über)leben müssen.
Die Bewegung, die sich vor fünf Jahren bildete, bestand nicht nur aus menschlichen Wesen, sondern aus ihrer Allianz mit den nicht-menschlichen. Vor allem das Bild unserer trockenen Städte und der toten Wälder in der Dürre hat mich damals tief bewegt. Damit werden wir öfter konfrontiert werden. Dabei sprechen wir von einer »Klimakrise« – und doch ist dies kein Problem des Klimas, sondern der innergesellschaftlichen Verhältnisse. Klimaschutz erreichen wir eher, wenn sich die Überschrift auf die Frage des Zusammenlebens fokussiert: Kooperation oder Wettbewerb? Reduktion und Umverteilung oder imperiale Lebensweise und Krieg? Die Lösung liegt nicht im »mehr Fortschritt wagen«. »Mehr Demokratie wagen«, das ist nach wie vor entscheidender. Wer bestimmt hier die gesellschaftliche Entwicklung für wen?


Bild: © Davide Brocchi, 2019

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