Mein Name ist Davide Brocchi. Ich bin freiberuflicher Sozialwissenschaftler und erforsche gesellschaftliche Transformationsprozesse in Theorie und Praxis – mit einem besonderen Fokus auf soziale und kulturelle Nachhaltigkeit. Dabei beschäftige ich mich unter anderem mit der Frage, wie sich eine systemische Resilienz in Zeiten der Polykrise stärken lässt und wie ein gutes Leben möglich werden kann, das nicht auf Kosten anderer geht – künftige Generationen und Natur inbegriffen.
In meiner Arbeit greifen Analyse, praktische Erfahrung und öffentliche Vermittlung ineinander. Neben meiner Tätigkeit als Forscher, Publizist und Dozent begleite ich Transformationsprozesse als individuelle und kollektive Lernprozesse – in sozialen und kulturellen Einrichtungen, Initiativen und Organisationen sowie in Städten und Regionen.
Geboren wurde ich 1969 in Rimini (Italien) und wuchs in einer ländlichen Gemeinde zwischen Adria und Apennin auf. Meine Jugendsozialisation erfolgte in der italienischen Soziokultur (ARCI-Verband) in der Umwelt- und Friedensbewegung sowie in studentischen Kollektiven. 1992 zog ich nach Deutschland, seit 2007 lebe ich in Köln. Nach dem Studium der Philosophie (u. a. bei Umberto Eco), Soziologie und Psychologie an den Universitäten Bologna und Düsseldorf promovierte ich am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. In den letzten Jahren absolvierte ich zudem berufsbegleitende Weiterbildungen in Systemischer Supervision am INeKO-Institut der Universität zu Köln sowie in Change Management an der ibo Akademie in Wettenberg.
In meiner Biografie verbinden sich die Frage nach der (Wieder-)Verwurzelung von Lebensweisen und Orten mit der geistigen Beweglichkeit des Migranten. Für mich bedeutet Nachhaltigkeit auch Bewahrung – nicht nur Innovation, sondern auch »Exnovation«. Wer die Lösung will, muss sich zuerst vom Problem lösen können.
Ganz im Sinne einer nachhaltigen Transformation aus dem Lokalen heraus gestalte und begleite ich seit Jahren partizipative Reallabore und Spielwiesen für Alternativen in Quartieren, Gemeinden und Regionen. Ermöglicht werden sie durch bunte Bündnisse und neuartige Allianzen, darunter auch Citizen-Public-Partnerships zwischen Bürger:innen und Institutionen.
Selbst auf den Straßen lässt sich lernen, wie ein friedliches Zusammenleben in der Vielfalt auf einem begrenzten Planeten gelingen kann. Der jährlich stattfindende »Tag des guten Lebens« in Köln, Berlin und Wuppertal hat dies gezeigt. Für diese Idee wurde ich 2011 mit dem »Dialog Kölner Klimawandel« ausgezeichnet. 2017 erhielt die Kölner Initiative den Ersten Deutschen Nachbarschaftspreis der Stiftung nebenan.de.
Wie kann ein begrenztes Wesen wie der Mensch Komplexität handhaben? Wie lässt sich die Kultur verändern, in der wir selbst sozialisiert wurden? Solche Fragen stehen im Zentrum meiner Transformationsforschung. Ich vertrete einen systemischen und gesellschaftskritischen Ansatz – mit Blick auf Raumentwicklung und Eigentum, Macht und Ungleichheit, Demokratie und Partizipation sowie Bildung, Medien und kulturelle Vielfalt. Dafür steht mein Buch »By Disaster or by Design? Transformative Kulturpolitik« (2024).

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